Der Adler

Die erste Dampflokomotive in Deutschland

1835

Von Newcastle nach Nürnberg

Die Dampflokomotive "Adler" war die erste funktionsfähige in Deutschland eingesetzte Lokomotive. Sie wurde aus England importiert und versah 22 Jahre zwischen Nürnberg und Fürth ihren Dienst. Das DB Museum verfügt über zwei Nachbauten dieser Lokomotivlegende.

Der Original-Adler stammte aus der englischen Lokomotivfabrik Robert Stephenson & Co. in Newcastle upon Tyne. Mehr als zwei Monate dauerte der Transport nach Nürnberg: Per Segelschiff, Dampfschlepper, Treidelschiff und Fuhrwerk kam der Dampfwagen, in Einzelteile zerlegt, über Rotterdam, Köln und Offenbach in die Werkstätte von Wilhelm Späth am Nürnberger Dutzendteich, wurde dort zusammengebaut und auf die neuen Gleise zwischen Nürnberg und Fürth gestellt. Mit von der Partie war der Ingenieur und Lokomotivführer William Wilson, der den Zusammenbau leitete und die deutschen Lokomotivführer ausbilden sollte, um dann wieder nach Newcastle zurückzukehren. Nachdem er sich in eine Nürnbergerin verliebt hatte, blieb er bis zu seinem Lebensende bei der Ludwigseisenbahn. Seine eindrucksvolle Erscheinung, mit Frack und Zylinder auf dem Führerstand stehend, trug maßgeblich zur Beliebtheit des neuen Verkehrsmittels bei.

Die erste Fahrt

Die erste offizielle Eisenbahnfahrt des Adler fand am 7. Dezember 1835 um 9 Uhr morgens statt. Die historische Bedeutung war allen bewusst, als die englische Lokomotive mit neun angehängten Wagen den Nürnberger Bahnhof verließ. Zweihundert Ehrengäste traten neun Minuten später, sechs Kilometer entfernt in Fürth auf den Bahnsteig, begeistert über die rasche und ungewohnt erschütterungsfreie Fahrt.

Auf den Spuren des Adlers

Der Original-Adler wurde 1858 verkauft, danach verliert sich seine Spur. Es existieren jedoch zwei Nachbauten in Originalgröße: Der Nachbau von 1935 ist betriebsfähig und kommt bei Publikumsfahrten zum Einsatz. Der in der Fahrzeughalle I ausgestellte zweite Nachbau wurde 1952 von Lehrlingen der Deutschen Bundesbahn gebaut und diente als Ausstellungsstück auf Messen, bevor er ins Museum kam.

Ein ganz neuer Nachbau

Der betriebsfähige Nachbau von 1935 wurde bei einem Depotbrand 2005 stark beschädigt und bis 2007 im Dampflokwerk Meiningen wiederhergestellt. Dabei berücksichtigten die Techniker bei der Farbgebung und der Form des Schlotes die neuesten Erkenntnisse der Forschung, so dass der Adler heute näher am Original erscheint als vor 2005.

Standort

Fahrzeughalle I

Technische Daten

Baujahr
1835
Hersteller
Robert Stephenson & Co.
Reisegeschwindigkeit
35 km/h
Höchstgeschwindigkeit
approx. 65 km/h
Leistung
41 HP/30 kW
Länge
6,700 mm
Dienstgewicht
14 t
Triebwerksbezeichnung
1A1n2

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